Neujahrsgrüße 2026
Was für ein Jahr liegt hinter uns und was für eines liegt vor uns?
Stabilität und Sicherheit in der Welt verändern sich rapide und die Geschehnisse geben zweifellos Anlass zu Sorge. Das Wertesystem wackelt heftig. Auf unsere Arbeit hier in Deutschland hat dies bislang noch keinen starken Einfluss. Wir lassen uns nicht schrecken und arbeiten weiter unermüdlich an der Verbesserung von Teilhabe und Selbstbestimmtheit taubblinder und hörsehbehinderter Menschen.
Wir unterstützen weiterhin die Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit gGmbH finanziell sowie mit Rat und Tat, um nachhaltige Unterstützungsstrukturen für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen aufzubauen. Dadurch kann die „Peerakademie handfest“ in 2026 um zwei Peers erweitert werden. Smartphone-Schulungen und Hilfsmittelberatung sollen aufgebaut werden.
Das Qualifizierungsangebot QTBL an der Universität zu Köln für Lehrkräfte, die mit taubblinden Kindern arbeiten, wird in die 4. Ausbildungsrunde gehen. An der Verstetigung dieser Qualifizierung wird intensiv gearbeitet.
Die Förderung von HapticSigns – einer taktilen Verständigungsform – im Institut SignGes der RWTH Aachen wird fortgesetzt. 2025 wurden Peers geschult, um diese wertvolle Kommunikationstechnik zu verbreiten. Dies wird dieses Jahr fortgesetzt.
Eine große Herausforderung für das neue Jahr liegt im Beratungsangebot. Deutschlandweit ist es durch die Veränderungen im Rahmen der EUTB® zurückgegangen, im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW gibt es nur noch eine einzige Vollzeitstelle mit taubblindenspezifischem Fachwissen. Damit kann der großen Beratungsbedarf taubblinder und hörsehbehinderter Menschen in NRW nicht gedeckt werden. Wir werden uns weiterhin für spezifische Beratungsangebote für den Personenkreis einsetzen.
Eine zweite Herausforderung liegt darin, dass Taubblindheit und Hörsehbehinderung viel zu oft unerkannt bleiben. Wir fordern daher die Verbesserung der Diagnostik. Gemeinsam mit der PH-Heidelberg und vielen weiteren Kooperationspartnern haben wir in 2025 unser Projekt SinnVoll lernen vorbereitet. Es dient der Verbreitung eines besseren Screenings im Vorfeld der Diagnostik und startet noch diesen Monat.
2026 werden uns zwei besondere Projekte beschäftigen: Wir fördern die Entwicklung einer App, die die Kommunikation taubblinder Menschen verbessert. Außerdem beschäftigen wir uns mit Hilfsmittelentwicklung und -nutzung. KI (Künstliche Intelligenz) führt zu raschen Veränderungen mit viel Potential, aber auch mit neuen Hürden und Barrieren.
Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Taubblindheit möchten wir außerdem Wege finden, in NRW Wohnangebote für taubblinde Menschen zu schaffen.
Uns geht die Arbeit nicht aus. Die Herausforderungen sind* groß. Wir freuen uns daher über ein breites Netzwerk von Partnern in ganz Deutschland. Dazu gehören die Vereine der Selbsthilfe, Institutionen wie das Deutsche Taubblindenwerk in Hannover, die Nikolauspflege in Stuttgart, die Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn, die Blindeninstitutsstiftung in Würzburg sowie allen weiteren Mitgliedern der AGTB (Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen und Dienste für taubblinde Menschen in Deutschland). Gemeinsam können wir mehr.
Wir bedanken uns herzlich bei unseren Förderern und Spendern. Ohne sie könnten wir bei weitem nicht so viel bewirken.
Wir wünschen allen alles Gute für das neue Jahr! Bleibt/en Sie gesund, aktiv und zuversichtlich!
Ihre/Eure Stiftung taubblind leben




