15. Juni 2013

Ja zum Merkzeichen

Im November 2012 gab es auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz einen einstimmigen Beschluss für ein Merkzeichen für taubblinde Menschen. Ebenfalls im November hat auch die SPD einen Antrag auf ein Merkzeichen als ersten Schritt gefolgt von der Einführung spezifischer Leistungen wie Assistenz in den Bundestag eingebracht. Schon 2004 hatte das Europäische Parlament alle Mitgliedstaaten aufgefordert, die Rechte taubblinder Menschen anzuerkennen und Ihnen Geltung zu verschaffen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales arbeitet seit November an der Einführung des Merkzeichens, es will dies noch in dieser Legislaturperiode umsetzen. Dazu ist eine Mehrheit im Bundesrat erforderlich.

Taubblinde und hörsehbehinderte Menschen und ihre Vereine und Verbände warten dringend auf diesen ersten Schritt. Das Merkzeichen schafft Identität und wirkt bewusstseinsbildend, beides ist in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. In einem zweiten Schritt müssen Leistungen definiert und gesetzlich verankert werden. Im Sinne einer bislang völlig unbeachteten Gruppe von Menschen, die zum Teil vollkommen isoliert und von Teilhabe ausgeschlossen sind, appellieren wir an die Länder, dem Merkzeichen im Bundesrat zuzustimmen und sich in der Folge zügig an die Schaffung der dringend erforderlichen Unterstützungsstrukturen zu begeben.
Die derzeitige Situation verstößt klar gegen die UN-Behindertenrechtskonvention.

Erklärung des GFTB zum Merkzeichen
Stellungnahme der Vereine und Verbände

 
Leider ...

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Wir können nicht alle News wieder herstellen und bitten um Verständnis.
Die letzte Meldung zum Merkzeichen werden wir möglichst bald wieder einstellen.

Vielen Dank!

Meldung vom 14. Juni 2013

 
18. Januar 2013, aktualisiert 19.Januar

Mediendiskussion zu Sterbehilfe an Taubblinden in Belgien

In Brüssel haben im Rahmen des dort geltenden liberaleren Rechts am 14.12.2012 zwei taubblinde Zwillingsbrüder im Alter von 45 Jahren ihrem Leben ein Ende gesetzt. Sie starben durch aktive Sterbehilfe des dortigen Universitätsklinikums. Die darüber in Belgien entbrannte Diskussion erreicht jetzt auch die deutschen Medien und Foren, u.a.  nachzulesen in der FAZ und in Spiegel online. Unter taubblinden Menschen in Deutschland haben die Berichterstattung und viele Forenbeiträge großes Entsetzen ausgelöst, auch bei uns.

Wir sind ausdrücklich für die offene Diskussion der schwierigen ethischen Fragen zum Thema Sterbehilfe. Selbstverständlich achten und respektieren wir die Entscheidung der einzelnen Betroffenen wie hier der beiden Brüder.

Bei der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema dürfen wir die individuell von schwierigen Lebenslagen betroffenen Menschen nicht vergessen.

Es ist schlimm, dass vielfach ohne Sachkenntnis taubblindes Leben pauschal als nicht lebenswert eingestuft wird, wie in den Kommentaren geschehen. Es ist ein absoluter Tabubruch, Behinderung und Sterbehilfe so undifferenziert zusammenzubringen. Hier geht es in erster Linie um Lebenshilfe. Die FAZ bildet hier eine herausragende positive Ausnahme.

Es ist eine normale Reaktion, dass die Diagnose drohender Taubblindheit wie viele andere Diagnosen auch zunächst einmal große Verzweiflung auslöst bei Betroffenen und Angehörigen. Mit guter Unterstützung lässt sich dies jedoch meist überwinden. Viele Beispiele belegen, wie Menschen mit Taubblindheit leben können –  selbstbestimmt und aktiv. Die aktuelle Auseinandersetzung mit Sterbehilfe am Beispiel der taubblinden belgischen Brüder wird dem nicht gerecht.

Leider ist die Unterstützung für taubblinde Mitmenschen auch in Deutschland noch sehr schlecht. Die Konsequenz kann jedoch nicht sein, das hinzunehmen und die Folgen zu akzeptieren. An der Umsetzung Ihrer Rechte und Inklusion im Sinne der  UN-Behindertenrechtskonvention müssen wir alle als Gesellschaft mit Nachdruck arbeiten. Darin liegt unsere Verantwortung, das ist unser Ziel.

Link zur Stellungahme von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden
Link zur Stellungnahme von Leben mit Usher-Syndrom e.V.
Link zu einem Artikel in der FAZ am 17.1
Link zu dem Artikel in Spiegel online

 
14. Januar 2013

Einladung zum Stammtisch für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen!

Am Samstag, 16.03.13, lädt der BSBH, Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e.V., taubblinde und hörsehbehinderte Menschen sowie alle Interessierte zu einem Stammtisch nach Frankfurt ein!

Mehr Informationen können Sie sich hier herunterladen:
Einladung zum Stammtisch in Frankfurt

 

 
8. Januar 2012

BMAS arbeitet an der Umsetzung des MerkzeichensTaubblind_logoweb

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) arbeitet an der Einführung eines Merkzeichens für Taubblinde Schwerbehindertenausweis und hat dazu am 18.12. Verbände angehört. In einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre bestand Einigkeit über die Grenzziehung für Taubblindheit.

Damit die Schwerbehindertenausweisverordnung geändert werden kann, muss die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates eine entsprechende Rechtsverordnung erlassen. Das BMAS bereitet diese nun mit den Bundesländern vor und hat dazu am vergangenen Dienstag auch die Vertreter der Betroffenen angehört. Den Verbänden war besonders wichtig, dass Taubblindheit nicht an den Begriffen blind und taub oder gehörlos festgemacht wird, sondern dass ein taubblindenspezifischer Bedarf - z. B. an Dolmetschung und Assistenz - entscheidend ist. Es bestand Einigkeit darin, dass dieser Bedarf auch schon besteht, wenn noch geringe Hör- oder Sehreste vorhanden sind. Bis zum Sommer soll das Merkzeichen beschlossen sein.

Das Merkzeichen löst die schwerwiegenden Probleme taubblinder Menschen noch nicht, aber es schafft die Voraussetzung, um die Unterstützung dieses Personenkreises gezielt und wirksam zu verbessern. Nach der Einführung des Merkzeichens gilt es, weiter an einer besseren Unterstützung für taubblinde Menschen zu arbeiten. Benötigt werden besonders qualifizierte Taubblindenassistenz, Kompetenzzentren, verbesserte Rehabilitationsmöglichkeiten und spezifische Angebote z.B. für Bildung, Beschäftigung und Wohnen.

Link zur Pressemeldung

 
21. Dezember 2012

krippe_2

Zu Weihnachten gehört eine Krippe!

Zu Weihnachten gehören wohl unbedingt ein Weihnachtsbaum und eine Krippe. Heute hat NRWZ online über die Krippe eines taubblinden Künstlers berichtet. Wochenlang hat Sven Fiedler an den kunstvoll geschnitzten Figuren gearbeitet. Die Krippe ist wunderschön geworden und kann in der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn besichtigt werden. Für die meisten wird das zu weit sein, drum schaut Euch doch den Bericht bei NRWZ einmal an!

Wir nehmen diese schöne Krippe und den Bericht darüber zum Anlass, allen unseren Lesern ein frohes und schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr zu wünschen!

 

Hier geht es zum Bericht in der NRWZ

 

 

 


 
Neue Entwicklungen auf dem Weg zum Merkzeichen

Dem Merkzeichen einen großen Schritt näher!

Die letzte Konferenz der Sozialminister aller Bundesländer am 28. November 2012 bringt eine Wende in die bisher sehr mühseligen Bemühungen um ein Merkzeichen für taubblinde Menschen und die Schaffung einer besseren Unterstützungsstruktur. Ein Antrag auf ein Merkzeichen aus Bayern und NRW wurde auf der Konferenz der Sozialminister einstimmig angenommen. Sehr erfreulich auch, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS diese Entwicklung im unmittelbaren Vorfeld der Konferenz unterstützt hat und den Beschluss ausdrücklich begrüßt, da er nun Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Die Umsetzung ist jetzt im BMAS in Arbeit. Es sind noch Hürden zu nehmen, aber es besteht Hoffnung, dass es noch in dieser Legislaturperiode zur Umsetzung kommt und dass bald spürbare Verbesserungen für taubblinde Menschen folgen.

Außerdem hat die SPD am 29. November einen Antrag auf Merkzeichen und entsprechende Leistungsverbesserungen im Bundestag eingereicht. Der Antrag geht über das Merkzeichen hinaus auf notwendige weitere Schritte ein. So werden u.a. wichtige Punkte wie die notwendige Kommunikationshilfe durch qualifizierte Assistenz, die hierfür erforderliche Assistenzausbildung und die Schaffung von Beratungs- oder Kompetenzzentren angesprochen.  

Wir freuen uns, dass die schlechte bis fehlende Unterstützung taubblinder Menschen so umfassend von allen Seiten erkannt wurde und hoffen auf eine konstruktive Auseinandersetzung und breite Zusammenarbeit im Rahmen der kommenden Umsetzung.

Weitere Informationen und Links

Meldung vom 30.11.2012

 
Pressenotiz

Der Tagesspiegel Berlin berichtet über Taubblindheit

Unter der Überschrift „Ein Leben in Dunkelheit und Stille“ berichtet die Redakteurin Anja Sokolow anschaulich und lebensnah über die Lebenssituation taubblinder Menschen. Wir begrüßen dies sehr, ein besseres Verständnis in der Gesellschaft hilft, Hürden und Schwierigkeiten zu überwinden. Lesen Sie diesen interessanten Artikel unter:

Tagesspiegel 12.11.2012: Ein Leben in Dunkelheit und Stille

Zu den Äußerungen des Ministeriumssprechers möchten wir ergänzen, dass es vor gut einer Woche zu einem positiven Gespräch mit der Leitung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gekommen ist. Wir haben seither Grund zu der Hoffnung, dass das Ministerium seine Position verändern wird. Die dringenden Anliegen taublinder Menschen scheinen nunmehr besser verstanden und wir hoffen auf zeitnahe Schritte, damit die bisher völlig unzureichende Wahrnehmung und Unterstützung nachhaltig verbessert wird.

Meldung vom 12.11.2012

 
Einladung

Plakat-Tag-der-Offenen-Tr-webstgZum Tag der offenen Tür im Deutschen Taubblindenwerk

Am 18. November lädt das Deutsche Taubblindenwerk in Hannover zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 12 bis 17 Uhr erwartet Sie ein buntes Programm. Mehr Information können Sie sich hier herunter laden:

Einladungsflyer des DTW

Meldung vom 22.10.2012

 
Themenabende im Chat

Erstes Thema am 12. November:
GEZ Gebührenbefreiung für taubblinde Menschen ab Januar 2013

DBSV und GFTB haben mit der GEZ eine Gebührenbefreiung für taubblinde Menschen verhandelt. Die Befreiung gilt auch für stark hörsehbehinderte Menschen nach der Definition des GFTB. Wir bieten im Chat der Stiftung am 12. November um 20 Uhr einen Themenabend zur GEZ Gebührenbefreiung an. Karl-Erich Reuter, ein Mitglied des Chats, und Reiner Delgado, Sozialreferent des DBSV, werden Fragen zur GEZ Regelung beantworten.

Anmeldungen zum Chat bitte einfach Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ! Einfach ins Betreff Chatabend GEZ schreiben, das reicht. Wir verschicken dann zur Vorbereitung einige Informationen und bitten am 12. November höflich um pünktliches Erscheinen!

Zur Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Meldung vom 27.10.2012

 
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