30. November 2013

Lebenssituation taubblinder Menschen im Koalitionsvertrag

Diese Woche wurde der Koalitionsvertrag veröffentlicht. Wir freuen uns, dass die UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung und die Lebenssituation taubblinder Menschen dort Erwähnung finden und sind gespannt auf die konkreten Maßnahmen, die nun folgen. Wir begrüßen es sehr, dass Menschen mit Behinderung und ihre Verbände von Anfang an und kontinuierlich am Gesetzgebungsprozess beteiligt werden sollen. Es ist Augenmerk darauf zu legen, dass für kleine Gruppen ohne große Verbände im Hintergrund ebenfalls eine Beteiligung am Prozess sichergestellt ist.

Wir unterstützen in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Brief vom Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) an die zukünftigen Koalitionäre.

Link zum kompletten Koalitionsvertrag

 
30. November 2013

Sehen statt hören berichtet über die Lebensituation taubblinder Menschen!

Heute hat Sehen statt Hören einen umfangreichen Beitrag zur Lebenssituation taubblinder Menschen ausgestrahlt. Der Bericht zeigt viele Facetten der Lebenswirklichkeit und ist sehr sehenswert!

Link zur BR Mediathek

 
4. Oktober 2013

Taublindendemo - Deutschland ein Entwicklungsland

menschenschlange-von-weitem web

Mehrere hundert Taubblinde Menschen demonstrierten heute in Berlin für ihre Rechte, insgesamt zählten wir rund 600-700 Teilnehmer. An symbolische Eisenkugeln gekettet zogen sie vom Reichstag zum Potsdamer Platz und forderten, dass ihre Isolation mit den dringend nötigen Hilfen aufgebrochen wird. Es war die erste Demo taubblinder Menschen weltweit. Um auch ohne Hör- und Sehvermögen ein menschenwürdiges Leben führen zu können, brauchen Taubblinde persönliche Assistenz, Dolmetscher, Reha-Angebote und besondere Hilfsmittel. Ein spezielles Merkzeichen im Behindertenausweis würde es erleichtern, solche Hilfen zu bekommen. Die werden den Betroffenen bisher weitgehend versagt. In einem Brief des Kanzleramtes zur Demo heißt es: "Die Bundeskanzlerin nimmt die Anliegen und Anregungen taubblinder Menschen sehr ernst ... Mit einem eigenständigen Merkzeichen kann dokumentiert und ein Bewusstsein geschaffen werden, dass es sich bei Taubblinden um eine Behinderung eigener Art handelt. Auch zu einer besseren Sensibilisierung bei den Ansprechpartnern in den Behörden wird ein Merkzeichen beitragen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird deshalb die Gespräche dazu mit den Ländern fortsetzen."

Taubblinde Menschen übergaben Ihre Forderungen, eine Eisenkugel mit Kette und eine Kerze mit der Aufschrift "Taubblinde in Isolationshaft" an das Kanzleramt. Dieter Zelle von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden sprach in eindringlichen Gebärden: "Wollen wir weiter gefangen bleiben? Nein, nein, nein! Wir machen die weltweit erste Taubblindendemonstration. Ist das ein Grund stolz zu sein? Nein, es ist eine Blamage. Deutschland ist reich, aber was Assistenz für uns angeht, sind wir ein Entwicklungsland."

Für Irmgard Reichstein von der Stiftung taubblind leben ist es menschenrechtswidrig, wie taubblinde Menschen in Deutschland leben müssen: "Wir fordern dass der tägliche Verstoß gegen die Grundrechte und gegen die UN-Konvention zu den Rechen von Menschen mit Behinderung schnellstens abgestellt wird."

Katrin Dinges, die für den DBSV im gemeinsamen Fachausschuss hörsehbehindern/taubblind mitarbeitet, berichtet aus Ihrem Alltag: "Ich fühle mich ausgeschlossen, weil Taubblindheit praktisch nicht bekannt ist. In anderen Ländern ist längst anerkannt, dass ich auch mit geringem Hörrest schon Bedarf wie eine Taubblinde habe. Hier werde ich aber meist nur als Blinde behandelt."

Selbst die Präsidentin der europäischen Taubblindenunion EDBU Sanja Tacazacay kam extra aus Kroatien und rief den Teilnehmern zu: " Ihr seid nicht allein! Sogar in Kroatien bekommen wir persönliche Assistenz. Das muss in Deutschland auch so werden."

Bisher ist die Einführung des Merkzeichens an bürokratischen und parteipolitischen Hürden gescheitert. Mit der heutigen Demonstration haben taubblinde Menschen gezeigt, dass sie sich nicht abwimmeln lassen, dass die Politik weiter gefordert ist und handeln muss.

Link zu aktuellen Veröffentlichungen zur Demo

demo ansprache dieter

 
16. September 2013

web3

Studie in NRW veröffentlicht!

In NRW wurde im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales MAIS eine Studie zur Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Hörschädigung in unterschiedlichen Lebenslagen in NRW durchgeführt. Diese Studie befasst sich auch mit der Lebenssituation taubblinder Menschen.

Klar geht aus der Studie hervor, dass Unterstützungsstrukturen für taubblinde Menschen weitgehend fehlen. Hierzu zählen Beratung, Rehabilitations- und Wohnangebote sowie ausreichend Assistenz. Taubblinde Menschen "benötigen eigentlich Assistenz, um Assistenz zu beantragen" (S. 146), unser außerordentlich komplexes System unterschiedlichster Leistungsträger ist für taubblinde Menschen nicht zugänglich. Das Merkzeichen wird als wichtiger Schritt betrachtet, um der Erfassung des Personenkreises näher zu kommen, einen Bewusstseinswandel und besseres Verständnis in den komplexen Strukturen der vielen Leistungsträger zu erzielen (S. 221). Die unbefriedigende Situation hinsichtlich der dringend erforderlichen qualifizierten Assistenz wird präzise beschrieben. Auf die Notwendigkeit klarer finanzieller Regelungen und spezifischer Nachteilsausgleiche für taubblinde Menschen wird hingewiesen (s. 220). Der Personenkreis wird in der Studie für NRW auf ca. 1900 Personen geschätzt.

Verbände und Vereine weisen seit vielen Jahren auf die prekäre Lebenslage taubblinder Menschen hin. Wir begrüßen, dass das MAIS in NRW diese Studie in Auftrag gegeben hat und hoffen, dass nun bald konkrete Schritte zur schnellen Verbesserung der Situation unternommen werden.

Zur Studie Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Hörschädigung in unterschiedlichen Lebenslagen in Nordrhein-Westfalen

 
02. September 2013

Unsere Seite ist umgezogen!

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Internetseiten,

in den letzten Tagen war unser Auftritt vorübergehend verschwunden, ausgelöst durch den Umzug auf einen anderen Server. Jetzt ist wieder alles erreichbar und wir freuen uns, dass Sie alle wieder hier sind. Danke für Ihre Geduld und bleiben Sie weiter dabei!

Besonders danken möchten wir unserem Administrator Rami Alghawali. Er hat mit Geduld und Ausdauer, ohne jede Nervosität und trotz Blindheit und Hörbehinderung alles wieder zum Laufen gebracht.

 
2. August 2013

SAVE THE DATE
Taubblinde in Isolationshaft - Demo am 4.10. in Berlin

DEMOwebjpg

Am 4. Oktober werden taubblinde Menschen in Berlin für Ihre Rechte demonstrieren. Fehlende Unterstützungstrukturen führen zu großer Isolation und Abhängigkeit. Teilhabe und Selbstbestimmtheit gehen verloren. Schon 2004 hat das Europäische Parlament alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Rechte taubblinder Menschen anzuerkennen und Ihnen Geltung zu verschaffen. 10 Jahre später ist immer noch nichts geschehen - trotz vieler Resolutionen, trotz der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, trotz der Pressemeldung des Deutschen Instituts für Menschenrechte, trotz der Übergabe von 14.000 Unterschriften im März 2012.

Die Vereine und Verbände der Betroffenen fordern dringend die Einführung des Merkzeichens, den Aufbau von Unterstützungsstrukturen und die Schaffung von Nachteilsausgleichen wie z.B. Taubblindenassistenz. Teilhabe und Selbstbestimmtheit sind für taubblinde Menschen nur mit qualifizierter Assistenz möglich!

Merken Sie sich den Termin vor und unterstützen Sie taubblinde Menschen!

Genauere Informationen zu Start, Verlauf und Abschlusskundgebung mit einer Informationsständen zum Thema finden Sie rechtzeitig auf dieser Seite oder direkt unter www.aktion-taubblind.de

 
6. August 2013

"Mit den Händen reden" Filmbeitrag auf Spiegel TV!

Spiegel TV hat heute einen Film online gestellt, der das Leben eines taubblinden Menschen zeigt. Machen Sie sich ein Bild und sehen Sie: Leben mit Taubblindheit ist möglich. Klar wird auch, Teilhabe ist nur mit Assistenz möglich. Genau die gibt es aber für die meisten taubblinden Menschen nicht. Auch dies zeigt der Film auf.

Der Beitrag kommt von Sebastian Heidelberger und Timo Robben.

Link zum Film

 
2. August 2013

AUS für das Merkzeichen vor der Wahl

Lange fordern taubblinde Menschen bereits die Anerkennung ihrer Rechte. Seit 2004 liegt eine klare Aufforderung des Europäischen Parlamentes vor, den Rechten taubblinder Menschen Geltung zu verschaffen. Die fehlenden Unterstützungsstrukturen und die daraus resultierenden extremen Lebenssituationen sind hinreichend dokumentiert. Seit November arbeitet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales an der Einführung des Merkzeichens in dieser Legislaturperiode und seit heute ist klar, es wird vorerst nicht gelingen. Viele Bundesländer wollen dem Merkzeichen erst zustimmen, wenn Leistungen und Nachteilsausgleiche definiert sind. Die erhoffte Einführung des Merkzeichens noch vor den Wahlen ist damit gescheitert. Dabei hätte das Merkzeichen bereits ohne genaue Leistungshinterlegung positive Wirkung in vielerlei Hinsicht. Und es hätte sichergestellt, dass das Thema nach der Wahl nicht erst einmal wieder vom Tisch verschwindet. Wir sind enttäuscht und betroffen und fordern die Parteien dringend auf, lösungsorientiert zu handeln und den fortwährenden Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention abzustellen.

Eine gemeinsame Pressemeldung der Vereine und Verbände senden wir Ihnen gerne Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zu. 

 
21. Juli 2013

Taubblindenassistenzausbildung in Recklinghausen

Das Ministerium für Arbeit und Soziales in NRW finanziert seit Jahren eine Taubblindenassistenzausbildung in Recklinghausen, ein Model, das Schule machen sollte. Die Lebensverhältnisse für taubblinde Menschen haben sich seitdem in NRW deutlich verbessert. Immer noch ist viel zu tun, um Teilhabe und Selbstbestimmtheit für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen sicher zu stellen. Qualifizierte Taubblindenassistenz ist ein notwendige Voraussetzung, darüber hinaus sind Beratungsangebote, Rehabilitationsangebote sowie Wohn- und Beschäftigungsangebote notwendig.

Hier gehts zu Bericht und Video in "hallo recklinghausen"

 
16. Juli 2013

Merkzeichen TBL jetzt!
Zustimmung noch vor der Wahl gefordert

Zur Zeit erreichen uns viele Anfragen und Missverständnisse zum Merkzeichen Taubblind.  Die Bundesregierung, die Bundesländer sowie alle im Bundestag vertretenen Parteien sind unverändert für die Einführung eines Merkzeichens und geeigneter Leistungen für taubblinde Menschen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS arbeitet nach dem entsprechenden einstimmigen Beschluss der Arbeits- und Sozialministerkonferenz ASMK vom November 2012 an der schnellen Einführung des Merkzeichens. Die Vereine und Verbände sind hierbei einbezogen. Ziel ist es, das Merkzeichen noch in dieser Legislaturperiode einzuführen. Voraussetzungen dafür sind ein Kabinettsbeschluss und anschließend die Zustimmung der Bundesländer im Bundesrat. Die letzte Gelegenheit in dieser Legislaturperiode ist die Bundesratssitzung am 20. September.

Unverändert sind die Unterstützungsstrukturen für taubblinde Menschen sehr schlecht, vielfach nicht vorhanden. Wir appellieren deshalb an alle Verantwortlichen, im Sinne der Betroffenen jetzt das Merkzeichen Taubblind zu beschließen und im zweiten Schritt konstruktiv und tatkräftig an der Verbesserung der Unterstützungsstrukturen für taubblinde Menschen mitzuwirken. Die Einführung des Merkzeichens ist ein sehr wichtiger erster Schritt. Die Definition der genauen Leistungen ist nicht mehr in dieser Legislaturperiode zu erzielen, muss und kann dann aber bald folgen. Mit der Einführung des Merkzeichens wird ein erstes, deutliches und  überfälliges Signal für die Betroffenen gesetzt. Das wird bereits positive Auswirkungen auf die überaus mühevollen Antragsverfahren (z.B. bei Assistenzanträgen) haben. Eine Verzögerung wäre eine große Enttäuschung und eine klare Verlängerung der aktuellen gravierenden Verstöße gegen die Rechte taubblinder Menschen gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.

Link zur Pressemeldung von Silvia Schmidt (SPD)
Link zur Pressemeldung von Maria Michalk (CDU)
Link zu Nichts sehen, nichts hören, FAZ, 22.6.2013

 

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 5 von 11

Suche

Wer ist online?

Wir haben 17 Gäste online

Stil / Schrift