Taubblinden-Assistenz

Assistenz_web_08Assistenten sind ein Tor zur Welt. In den letzten Jahren hat sich an verschiedenen Stellen in Deutschland die Ausbildung von Taubblinden-Assistenten (kurz TBAs) entwickelt, oftmals noch auf Projektbasis. Einheitliche Richtlinien für diese Ausbildung gibt es noch nicht, ein klares Berufsbild ist erst in Arbeit. Dennoch ermöglichen die wenigen und oft ehrenamtlichen Assistenten vielen taubblinden Menschen bereits jetzt einen neuen Zugang zu gesellschaftlichen Ereignissen.

Die Assistenten beherrschen alle notwendigen Kommunikationsformen und sind geschult, taubblinde Menschen auch in Dingen des Alltags zu unterstützen. Dabei wird wo immer möglich, Hilfe zur Selbsthilfe ge- leistet, z.B. bei Arbeiten im Haushalt. Die Assistenten vermitteln taubblinden Menschen geduldig und auf dem Hintergrund ihrer professionellen Ausbildung die Umgebung, begleiten sie auf Veranstaltungen oder bei Einkäufen und geben ihnen damit die Möglichkeit, unabhängig von der Familie und selbstbestimmt zu agieren.

Grundsätzlich bleibt der Assistent ein Helfer für eine bestimmte Zeit. Er wird nicht zum Vertrauten oder Freund, sondern hält einen gewissen Abstand. Außerdem ist er auch kein Dolmetscher, kann also bei Behörden- oder Arztbesuchen nur zur Begleitung eingesetzt werden.

Die Einsätze erfolgen aus mehr oder weniger privaten Initiativen, die Bewilligung von Assistenten für taubblinde Menschen steht erst am Anfang. Einheitliche Finanzierungssätze werden derzeit mit Kostenträgern verhandelt.

In NRW kommen auf ca. 600 taubblinde Menschen 65 Assistenten (Stand Mai 2014).

Der TBA-Verband hat in NRW und Baden-Württemberg Verträge mit den Krankenkassen ausgehandelt, so dass die Finanzierung von Assistenz beim Arztbesuch in diesen Ländern über die Krankenkasse erfolgt. Eine Liste (Stand August 2014) mit allen Assistent/Innen findet sich auf der Seite des TBA-Verbands. Ausgebildet wird derzeit in Recklinghausen, leider noch auf Projektbasis. Die Ausbildung in Recklinghausen wird vom Sozialministerium NRW finanziert und ist vom Gemeinsamen Fachausschuss taubblind/hörsehbehindert GFTB anerkannt. Es ist noch unklar, wie es mit der Ausbildung weitergeht. Hier ist ein Link zu einem Video zur Ausbildung auf You Tube (von Juli 2013).

In Nürnberg wurde am GIB ebenfalls eine Ausbildung organisiert, hier wird aber nur für das Ehrenamt ausgebildet. Die Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn bildet seit November 2011 in einer dreistufigen Ausbildung aus.

In Niedersachsen und Sachsen bemühen sich das Deutsche Taubblindenwerk und der Taubblindendienst darum, Ausbildungen ins Leben zu rufen.

 

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